Die Weinbahochburg mit der ersten AOC
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Genf ist nicht nur der drittgrösste Weinbaukanton, sondern dank Sortenvielfalt (von Aligoté bis Vigonier) auch einer der interessantesten der Schweiz. Auch wurde im Kanton Genf 1988 die erste AOC in der Schweiz eingeführt. Seine Rebgärten erstrecken sich über 23% der Gesamtfläche,das heisst etwas über 1400 Hektaren und das verschafft dem Genfer Terroir die höchste Weinbaudichte des ganzen Landes.

Das römische Reich eroberte nördlich der Alpen die heute zu Genf gehörenden, Ländereien denen ein mildes Klima die idealen Voraus- setzungen beschert, um den Geschmack der antikenKanton Genf Weinbauern zu treffen. Mit den ersten Rebstöcken beginnen zweitausend Jahre ununterbrochenen Weinbaus. Französiche und Schweizer Historiker gehe davon aus, dass der Weinbaueinflüsse am Genfer- see aus dem nahen Burgund und Gallien stammen. Eine Urkunde beweisst eine Schenkung von Rebgütern durch die burgundische Gräfin Eldegarde an das Priorat von Satigny. Im 18. Jahrhundet erstrecken sich über 2000 Hektaren Weinberge im Kanton Genf, und erringen eines der bedeudtesten Wirt- schaftssektor.Noch bis ins 19. Jahrhundert war der Stickelbau in Genf kaum bekannt. Die Reben wurden entweder in ganz archaischer  Weise als Büsche gepflanzt, die an Bäumen emporrankten "en hautins", sagte man dem, oder aber "en foule" d.h. ungereiht in ganzen Feldern.

Nach verschiedenen Höhen und Tiefen erstreckt sich die Anbaufläche über knapp 1400 Hektaren. Nebst den Hauptsorten Chasselas, Gamay und Pinot noir findet man beinahe jede Rebsorte, die sich vom Klima und dem Boden her für den Anbau eignet, zum Beispiel: Aligote, Chardonnay, Findling usw. bei den weissen Sorten und Cabernet franc, Gamaret, Garanoir, Merlot usw beiden blauen Sorten. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren auf über fünfzig Sorten verdoppelt. Kein anderes Weinbaugebiet der Schweiz hat in den vergangenen Jahren so kompromisslos auf erst in geringem Umfang angebaute Sorten gesetzt.

Le Mandement

Schenkungsrkunde an Satignydas sich am rechten Seeufer und rechts der Rhône erstreckt macht fast zweidrittel (864 Hektaren) der gesamten Anbaufläche aus. Im Herzen des Mandements liegt mit 448 Hektaren die Weinbaugemeind Satigny(die grösste Weinbaugeminde der Schweiz), grösser als der Kantaon Aargau oder Graubünden. Westlich von Satigny liegt Peissy, hier wird auf der grössten Privat- domaine Cave de Bosson auf 46 Hektaren Reben gepflegt. 1978 erhielt Dardagny den Wakkerpreis.
Weinbaugemeinden
Céligny, Collex-Bossy, Bourdigny, Choully,Satigny, Peissy, Les Baillets, Essertine, Dardagny und Russin.

Entre Arve et Rhône

Damit ist das ganze Kantonsgebiet südlich der beiden Flüsse ( Arve und Rhône) gemeint. Die Region wird von der Silouette des Genfer Hausberges dem Mont Salève im Hintergrund beherrscht. Ein Gebiet, das die Charakterzüge der Weinbaugebiete Mandemanet und Entre Arve et Lac trägt. Einerseits eine ganze Anzahl kleiner Rebberge in mitten grosser landwirtschaftlicher Domänen, andernseits grosse, der von Süden und Südwesten kommende Sonne entgegen geneigte Rebberge, den Rücken der Genfer Bise zugekehrt. Diese Region gilt als besonders fruchtbar und ergiebig.

Entre Arve et Lac

Bei der grossen Umverteilung Europas, nach der napoleonischen Herrschaft, kamen die Gemeinden dieser Weinbauregion, nach jahruhndertlangen Besitzansprüchen der Savojern zu Genf. Das grosse Dreieck das sich im Osten öffnet - und von Genf bis Hermance vom See begrenzt wird - ist die Region "zwischen Arve und See". Hier hat die Winzer Landschaft ein ganz anderes Gesicht. Wenn man von den Reben absieht,die sich die Hügel von Carre d'Aval und d'Amont bis nach Choulex entlangziehen, gibt es nur wenig grosse Rebflächen. Zwischen Arve und See ist das Land der Mischkulturen. In bunter Mischung wechseln sich kleine Rebhügel mit Getreidefeldern, Mais und Gemüsekulturen ab. Hier sein noch auf das typische Gemüse Cardon (leider nur im Winter erhältlich) hingewiesen. In diesem historisch intressanten Gebiet sind die restlichen 283 Hektaren.



Link zu Vereinigungen und Chartas

OPAGE

Genf

Eckdaten

1426 Hektaren
Zirka 70 Betriebe
Über 20 Rebsorten
Über 2000 Std. Sonnenschein p / Jahr
Je nach Region 950 Millimeter
bis 920 Millimeter Niederschlag p / Jahr

Link zu Produzenten
Domaine du Paradis

Anmerkung

Ich bin mir nicht sicher, glaube aber, dass man die Handelsbezeichnung Perlan unter die Genferweinbau- geschichte einordnen kann.
Bis zur Gründung der ersten AOC, gesamt schweizerisch, verkaufte die Vin Union-Genf unter der Bezeichnung Perlan (ähnlich wie im Waadt die Bezeichnung Dorin) Chasselas - Weine. Perlan ist die geschützte Bezeichnung für Genfer Weissweine, welche aus der Traubensorte Chasselas vinifziert ist. Diese Weine wurden den Regionen entsprechend, unter drei Handels- marken vertrieben.
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