Pfahlbauer oder Römmer
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Die Neuzeit des Weinbaus in der Landschaft am Ufer des Lac de Neuchâtel beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung einer Schenkung des Grafen Rudolf von Neuenburg aus dem Jahre 998, an die Abtei Bevaix. Es steht auch anders geschrieben, dass das Kloster Bevaix im Jahre 998 zu seiner Gründung die erste Erlaubnis, zum Pflanzen eines der ersten Weinberges, erhielt. So oder so kann man sagen, dass die Wingert des Klosters als die Keimzelle des Weinbau in der Region Neuchâtel gelten kann.

Wie in vielen anderen Weinbauregionen auch, erlebte die Rebfläche im Kanton Neuenburg Höhen und Tiefen. Die wWeinlese in Neuenburgeiteste Ausdehnung erreichte sie in der Mitte des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich aufgrund der gestiegenen Nachfrage während des Dreissigjährigen Krieges. Genaue Angaben über die Entwicklungen der Rebbaufläche existieren erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Daraus kann man entnehmen, dass die Rebbaufläche von über 1200 Hektaren im Jahr 1884 auf 560 Hektaren am Anfang der 70er Jahre gesunken ist.  Heute erstrecken sich die Weinberge über 35 Kilometer zwischen den Ufern des Neuenburgersees und dem Jurasüdfuss entlang. Auf 605 Hektaren werden hauptsächlich Chasselas, Pinot gris und Chardonnay bei den weissen Rebsorten angebaut und Pinot noir als Vertreter der blauen Rebsorte angebaut. Als Spezialitäten oder Rarität finden wir Gewürztraminer, Müller-Thurgau, Pinot blanc, Sauvignon blanc, Cabernet Sauvignon, Gamaret, und Garanoir.

Nebst den reinsortig gekelterten Weinen haben es die Neuenburger Weinbauern immer wieder verstanden durch Ihre Inovation hervorragende Spezialitäten zu lancieren. Auch wenn der Ursprung dieser Weine nicht gesetzlich geschützt ist ordne ich diese als typische Neuenburger Spezialitäten ein.

Non Filtré

Der weisse unfiltrierte Neuenburger ist ein traditionelles Produkt. Am Anfang stand der Wunsch, das besondere Geschmackserlebnis einer Weinprobe direkt vom Fass auch zu hause zugänglich zu machen. Der Wunsch wurde Wirklichkeit, und erstmals wurden ein paar Hundert Flaschen abgefüllt. Der Non Filtré blieb viele Jahr eine Spezialität einiger weniger Winzer. Auch heute noch muss man vielen Weinfreunden, die den ungewöhnlich trüben Wein nicht kennen Erklärungen ab geben.

Zwei Gründe gibt es: Zum einen belastet der Filterungsprozess den Wein. Die danach nötige Ruhephase dauert zwischen drei Wochen und drei Mon- aten. Qualitativ hochwertige Weine brauchen Zeit, um von alleine klar zu werden. Der Non Filtré bietet so eine Lösung.

EtiketteAusserdem entzieht der Filterungs- prozess dem Wein eine ganze Reihe interessanter Inhaltsstoffe. Für Weine die aber länger haltbar sein sollten, ist dieser Vorgang jedoch nötig.Der Non Filtré ist übrigens der einzige Wein, den man vor dem Öffnen nicht nur schütteln darf, sondern sogar schütteln sollte, denn es ist die Hefe, die ihn so unvergleichlich abgerundet macht. Der Non Filtré ist absolut ein fertiger Wein, er wird gemäss seiner ganz eigenen Bedürf- nisse bereitet, und oft lässt der Winzer ihm ganz besondere Aufmerksamkeit zu kommen.

Eine weitere Neuenburgerspezialität ist der Blanc de noir, eine Bezeichnung die man vom Champagner kennt. Es werden aus blauen Pinot noir-Trauben weisse Weine gekeltert. Es wurde im Kanton ein Wettbewerb ausgeschrieben. Von 150 Vorschlägen überzeugte der Name Perdix blanche in Anlehnung an den Oeil-de-perdrix. Der Name wurde vom Stand Neuenburg, in Bern beim Amt für geistiges Eigentum, hinterlegt.

Die Ansprüche für einen Perdrix blanche sind wie folgt gesetzlich umschrieben
  1. Er muss ausschliesslich aus Pinot noir-Trauben erzeugt werden, die aus dem Vignoble Neuchâtel stammen und die Qualität der Appellation d'origine controlée erfüllen.
  2. Die Trauben müssen weiss vinifiziert werden, und zwar im Kanton Neuenburg selbst.
  3. Der Wein muss im Kanton Neuenburg abgefüllt worden sein.
Die Fédération neuchâteloise des vignerons hat 1985 ihre eigene Qualitätsmarke geschaffen

Dieses Label Namens La Gerle garantiert dem Konsumenten die Qualität und die Authentizität der Neuenburger Weine mit AOC. Nur aus Chasselas gekelterte Weissweine, die auf Kantonsgebiet gewachsen sind und die AOC Neuchâtel tragen, haben Anrecht auf die Marke La Gerle. Die Anwärter auf das Label werden in zwei Degustationen geprüft. In der ersten werden önologisch fehlerhafte Weine ausgeschieden, aber auch solche, die nicht charakteristisch sind für ihre Appellation, und solche, die das Qualitätsniveau nicht erreichen. Die zweite Degustation findet nach dem Abfüllen des Weins in Flaschen statt. Der Besitzer eines Weins, der beide Verkostungen erfolgreich überstanden hat, darf auf seinen Flaschen das nummerierte Label La Gerle anbringen.

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OVPT

Neuenburg


Eckdaten

605 hektaren
18 Gemeinden
Zirka 85 Betriebe
15 Rebsorten von Bedeutung
1900 Std. Sonnenschein
p / Jahr
987 Millimeter
Niederschlag p / Jahr

Oeil-de-perdrix

RebhuhnDie Weinbauern des Kanton Neuenburg sind schon seit Jahrhunderten stolz auf ihren Oeil, leider haben Sie es versäumt (in ihrer Bescheidenheit ) den Namen zu schützen. So darf heute die Bezeichnung Oeil-de-perdrix (Rebhuhnauge) für Weine aus der Pinot noir Traube in der ganzen Schweiz verwendet werden.  Dieser lachsfarbene Rose hat ein typisches Pinot noir - Bukett.

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